Stör im Gartenteich: Warum die meisten Teiche zu klein sind
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15 cm lang und süß aussehend, so werden Sterlets und Sibirische Störe im Baumarkt für 10–20 Euro verkauft. Was keiner dazu sagt: Der Sterlet wird 80–100 cm lang, der Sibirische Stör bis 150 cm. Die meisten Teichstöre sterben in den ersten 2 Jahren, an zu kleinen Teichen und falschem Futter.
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Stör-Arten für den Gartenteich
| Art | Endgröße | Mindestvolumen | Temperatur |
|---|---|---|---|
| Sterlet (A. ruthenus) | 80–100 cm | 10.000 L | 4–22 °C |
| Sibirischer Stör | 100–150 cm | 20.000 L | 4–24 °C |
| Diamant-Stör | 100–170 cm | 30.000 L | 4–22 °C |
| Waxdick | 100–200 cm | 50.000 L | 4–24 °C |
Stör-gerechter Teich: Was wirklich zählt
- Glatter Boden: Störe schwimmen ständig am Grund. Kies und scharfe Steine verletzen die empfindliche Bauchseite. Nur glatte Folie oder feiner Sand.
- Sinkendes Futter: Störe können nicht an der Oberfläche fressen, sie haben ein unterständiges Maul. Nur Sinkfutter verwenden!
- Keine Fadenalgen: Störe verheddern sich in Fadenalgen und ertrinken (!). Teich muss algenfrei sein.
- Hoher Sauerstoff: Belüfter Pflicht, Störe brauchen 7+ mg/l O₂.
- Ganzjährig fressen: Störe haben keinen Winterschlaf. Auch bei 4 °C muss Sinkfutter gegeben werden.
Stör-Fütterung: Sinkfutter, Menge und Winterbetrieb
Spezielles Stör-Sinkfutter (3–6 mm Pellets), ganzjährig. Im Sommer 2× täglich, im Winter 1× pro Woche. Störe sind Dauerfresser, die ohne regelmäßige Fütterung verhungern, sie können keine Fettreserven wie Koi aufbauen.
Stör mit Koi und Goldfischen halten
Störe vertragen sich mit Koi und großen Goldfischen. Probleme: Koi klauen das sinkende Störfutter. Lösung: Nachts füttern (Koi schlafen, Störe nicht) oder Futterstelle mit Rohr abschirmen.
Teichgröße für Störe realistisch planen
Sterlets (Acipenser ruthenus) erreichen 60–80 cm und brauchen mindestens 10.000 Liter Wasservolumen bei 1,50 m Tiefe. Sibirische Störe (A. baerii) werden 100–130 cm lang, hier sind 20.000 Liter und 1,80 m Tiefe das absolute Minimum. Waxdick (A. gueldenstaedtii) und Diamantstör (A. gueldenstaedtii var.) werden 120–170 cm groß und gehören nur in Teiche ab 40.000 Liter. Die meisten Gartenteiche mit 5.000–8.000 Liter sind für jede Stör-Art zu klein. Ein zu kleiner Teich führt zu Kümmerwuchs, Wirbelsäulenverkrümmungen und einer Lebenserwartung von 5–8 Jahren statt 20–30 Jahren.
Stör-gerechter Teichgrund
Störe sind Bodenfische und suchen ihre Nahrung mit der Barteln (Tastorganen) am Grund. Scharfkantiger Kies verletzt die empfindlichen Barteln, verwenden Sie ausschließlich gerundeten Flusskies (Körnung 8–16 mm) oder feinen Sand als Bodenbelag. Kein Lavagranulat, keine Bruchsteine. Der Teichboden sollte eine glatte Fläche ohne Hindernisse bieten, da Störe in Kreisen schwimmen und bei Hindernissen nicht umdrehen, sondern auf der Stelle verharren, bis sie verhungern. Planen Sie deshalb keine Pflanzkörbe auf dem Teichgrund ein.
Sauerstoffbedarf und Strömung
Störe brauchen mindestens 8 mg/l gelösten Sauerstoff, deutlich mehr als Koi (6 mg/l) oder Goldfische (4 mg/l). Ein Belüfter mit Membranpumpe (40–80 €, 30–60 Watt) ist Pflicht. Im Hochsommer bei Wassertemperaturen über 24 °C sinkt der Sauerstoffgehalt kritisch: Messen Sie täglich und schalten Sie bei Bedarf eine zweite Belüftung zu. Störe mögen leichte Strömung (0,3–0,5 m/s), eine Einlaufdüse, die das Filterwasser mit Druck zurück in den Teich drückt, simuliert natürliche Flussbedingungen.
Störfutter: Spezialfutter statt Koi-Pellets
Koi-Futter ist für Störe ungeeignet, es schwimmt an der Oberfläche, und Störe fressen ausschließlich am Boden. Verwenden Sie spezielles Stör-Sinkfutter (z. B. Coppens Stör-Pellets, 15–25 € pro 5 kg) mit einem Proteingehalt von 40–45 %. Füttern Sie 2× täglich eine Menge, die innerhalb von 10 Minuten gefressen wird. Im Winter (unter 8 °C) fressen Störe weiter, allerdings in reduzierter Menge, anders als Koi stellen Störe die Nahrungsaufnahme nie komplett ein.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Drei von vier Stören, die im ersten Haltungsjahr sterben, scheitern nicht an Krankheiten, sondern an vermeidbaren Haltungsfehlern. Der häufigste: Kies am Teichboden. Störe schwimmen permanent in Bodennähe und suchen mit ihren Barteln nach Nahrung — scharfkantiges Substrat verletzt die empfindlichen Tastorgane binnen Wochen. Gleichwertig gefährlich sind Fadenalgen: Störe verheddern sich darin und ertrinken, ohne dass du es merkst.
Der zweite große Fehler ist falsches Futter. Herkömmliches Koifutter schwimmt an der Oberfläche und ist für Störe wertlos — sie fressen ausschließlich am Boden (unterständiges Maul). Stör-Sinkpellets mit 40–45 % Proteingehalt, zum Beispiel von Sera oder Coppens, kosten 15–25 € pro 5 kg und halten deutlich länger als gedacht, weil du nur die Menge gibst, die innerhalb von 10 Minuten gefressen wird.
Die 7 häufigsten Haltungsfehler im Überblick
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Kiesgrund (scharfkantig) | Barteln-Verletzung, Infektion | Feiner Sand oder glatte Folie |
| Koi-Schwimmfutter | Stör verhungert | Stör-Sinkpellets 3–6 mm |
| Fadenalgen im Teich | Ertrinken des Störs | Fadenalgen mechanisch entfernen, UV-Klärer |
| Teich unter 10.000 L | Kümmerwuchs, Wirbelsäulenschäden | Mindestvolumen je Art einhalten |
| Kein Belüfter im Sommer | O₂ unter 7 mg/l, Erstickungstod | Membranpumpe 30–60 W dauerhaft |
| Wassertemperatur über 25 °C | Hitzestress, Immunschwäche | Teich beschatten, zweite Belüftung |
| Winterfütterung vergessen | Verhungern bis Frühjahr | 1× pro Woche Sinkfutter auch bei 4 °C |
Sauerstoffmangel ist ein schleichender Killer, der sich erst im Hochsommer zeigt. Bei 24 °C Wassertemperatur sinkt der gelöste Sauerstoff auf 8–9 mg/l, bei 28 °C auf 7,5 mg/l. Störe reagieren dann mit Oberflächenschnappen — ein eindeutiges Alarmsignal. Ein Oase Aquarius Eco Expert 3500 (ca. 60 €) oder ein AquaForte HI-Flow 25 liefern genug Durchfluss, um auch im Hochsommer stabile Werte zu halten. Der pH-Wert sollte zwischen 7,0 und 8,0 liegen — außerhalb dieser Spanne sinkt die Futteraufnahme, bei pH unter 6,5 oder über 9,0 tritt akuter Stress ein.
Auch die Vergesellschaftung mit Koi birgt einen unterschätzten Konflikt: Koi konkurrieren aktiv um das sinkende Störfutter, weil sie schneller reagieren. Das Ergebnis ist ein permanent hungernder Stör, der äußerlich gesund wirkt, aber innerlich auszehrt. Nachts füttern hilft: Koi sind dämmerungsaktiv, Störe fressen durchgehend. Alternativ schirmt ein 30 cm langes Kunststoffrohr (Durchmesser 15 cm), das du am Teichboden befestigst, die Futterstelle ab — Stör passt hindurch, Koi nicht.
Checkliste: Stör-Teich vor dem Kauf prüfen
- ☐ Teichvolumen mindestens 10.000 L (Sterlet) bzw. 20.000 L (Sibirischer Stör)
- ☐ Wassertiefe mindestens 1,50 m (besser 1,80 m)
- ☐ Teichboden: feiner Sand oder glatte Folie — kein Schotter, kein Lavagranulat
- ☐ Belüfter mit Membranpumpe vorhanden (30–60 W je nach Teichgröße)
- ☐ Stör-Sinkfutter (3–6 mm Pellets, 40–45 % Protein) vorrätig
- ☐ Teich fadenalgenfrei (ggf. UV-Klärer nachrüsten)
- ☐ pH zwischen 7,0 und 8,0 gemessen
- ☐ Wassertemperatur im Sommer unter 25 °C (Beschattung geplant?)
- ☐ Winterfütterungsplan festgelegt (1× pro Woche auch bei 4 °C)
- ☐ Pflanzkörbe vom Teichboden entfernt
🏕️Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Outdoor-Aktivitäten und Gartenarbeiten bergen Risiken. Befolge stets die Herstelleranweisungen für Geräte und Werkzeuge, prüfe lokale Vorschriften und triff angemessene Sicherheitsvorkehrungen.
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Veröffentlicht durch die OutdoorGarten-Redaktion. Veröffentlicht am 14. Juli 2026.
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